Schnüffelstoffe

Missbrauch industrieller Lösungsmittel

Als sogenannte Schnüffelstoffe werden industrielle Lösungsmittel unterschiedlicher chemischer Struktur missbraucht. Es handelt sich hauptsächlich um Benzin, Aceton und andere Fluorkohlenwasserstoffe. Durch das Einatmen der Dämpfe und Gase gelangt das Lösungsmittel sehr schnell in die Blutbahn. Bereits nach Sekunden tritt der kurze Rausch auf. Bei wiederholtem Einatmen (Schnüffeln) können Rauschzustände stundenlang aufrechterhalten werden.

Die Mittel werden überwiegend von Kindern und Jugendlichen genommen – sie sind billig und leicht zugänglich. Beim Einstieg spielt der Gruppendruck eine große Rolle (Mutprobe).

Vielfach ist unbekannt, dass sich die so in den Körper gelangten Substanzen aufgrund ihrer chemischen Beschaffenheit, sich bevorzugt im fettreichen Hirngewebe und in den Nervenfasern ablagern und entsprechende Schädigungen (siehe unten) hervorrufen.

 

Wirkungen und Nebenwirkungen

• Zum Wirkungsbeginn ist das Bewusstsein noch erhalten. Deutlich vermindert sind jedoch das Schmerzempfinden und die Wirklichkeitswahrnehmung. Im zweiten Stadium des Narkoserausches ist das Bewusstsein deutlich eingeschränkt. Im dritten und vierten Stadium der Äthernarkose kommt es erst zur völligen Bewusstlosigkeit mit Erschlaffung der Körpermuskulatur und dann zum Atemstillstand.

• Häufig treten beim Inhalieren Erbrechen, Schnupfen, Husten und Nasenbluten auf.

• Neben den akuten Schäden wie Verätzungen und entzündlichen Veränderungen der Nasen und Lungenschleimhäute kommt es unter den oft sehr jungen Abhängigen immer wieder zu Todesfällen durch Überdosierung.

• Alle Süchtigen entwickeln bei längerem Gebrauch schwere Leberschäden und Nierenkrankheiten, die sich gewöhnlich nicht wieder zurückbilden. Die meist jugendlichen Konsumenten sind deshalb in ihrer Lebenserwartung deutlich eigeschränkt.

• Besonders tragisch sind die durch das Schnüffeln hervorgerufenen Hirnschädigungen. Hirnzellen in chronisch vergifteten Gehirnteilen gehen unwiderruflich zugrunde. Je nach Ort der Schädigung im Gehirn kommt es zu Gedächtnisausfällen, Lähmungen oder auffälligen Persönlichkeitsveränderungen. Süchtige sind wegen dieser starken Persönlichkeitsveränderungen nur schwer zu behandeln. Viele von ihnen sind pflegebedürftig.

• Im Vergleich zu anderen Drogen erzeugen Schnüffelstoffe die höchste Rate an Organschädigungen und die höchste Zahl von Todesfällen bei Erstkonsumenten, zum Beispiel durch Herzrhythmusstörungen und den Ausfall des Atemzentrums im Gehirn.

 

HINWEIS

Gar nicht erst ausprobieren.
• Aufgrund des extrem großen Selbstschädigungspotenzials durch das Schnüffeln und der Tatsache, dass es gegen dieses Verhalten so gut wie keine therapeutischen Maßnahmen  gibt (Lösungsmittel sind so gut wie überall zu erhalten und Rückfälle sind vorprogrammiert), Finger, Nase und Mund weg von Schnüffelstoffen.

 

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