Hortensien

Die Fachstelle für Suchtvorbeugung warnt vor Blausäurevergiftungen durch das Rauchen von Pflanzenteilen der Hortensie

Hortensien 1Die Gartenhortensie wurde vor rund 200 Jahren aus China eingeführt. Die bekannteste Art ist die Bauernhortensie, botanisch Hydrangea macrophylla. Die meisten Hortensien benötigen keinen Schnitt. Wenn sie dennoch einmal geschnitten werden müssen, sollten nicht die nächstjährigen Blütentriebe der Schere zum Opfer fallen, denn Bauernhortensien und Samthortensien blühen nur an den Trieben, die im Vorjahr gewachsen sind. Deshalb rät der Gartenbau nur die Triebe mit den alten Blüten zu entfernen.

 

Diese gärtnerische Weisheit interessiert viele Konsumenten von Naturdrogen nicht, zumal sie im Allgemeinen als sehr experimentierfreudig anzusehen sind. Gerade in dieser Szene hält sich nämlich seit Jahren das Gerücht, dass Triebe, Blüten und Blätter der Hortensie beim Rauchen eine Wirkung entfalten, die der von THC (also dem Cannabiswirkstoff) ähnelt. Aus diesem Grund kommt es immer wieder vor, dass junge Hortensientriebe sowie die oberen Blütenbereiche angeschnitten, getrocknet, gehäckselt und dann geraucht werden.Wissenschaftlich konnte bislang kein Beweis dafür erbracht werden, dass das Rauchen getrockneter Hortensien eine ähnlich berauschende Wirkung hat wie Cannabis, da kein Inhaltsstoff nachgewiesen werden konnte, der psychotropisch auf das Gehirn wirken könnte.Dafür warnen Experten deutlich vor dem Konsum von Hortensientrieben, denn Hortensien enthalten unter anderem Cumarine und Chinazolin-Alkaloide bei deren Verbrennung Blausäure entsteht, so dass es zu einer Blausäure-Vergiftung kommen kann. Das kann dazu führen, dass es zu Störungen des zentralen Nervensystems kommt, die Atmungskette blockiert wird und/oder Angst- und Beklemmungszustände entstehen. Laut Heidemarie Lux, Oberärztin am Klinikum Nürnberg und Vizepräsidentin der Bayerischen Landesärztekammer können diese Lähmungserscheinungen im schlimmsten Fall „…zum inneren Ersticken, also zum Tod führen“.

(vergl. Die Welt vom 16.4.2013 http://www.welt.de/wissenschaft/article115321870/Wer-Hortensien-kifft-riskiert-Tod-durch-Vergiftung.html ).

Hortensien 2
Aus diesem Grund nochmal der Hinweis:
„Finger weg von Gartenhortensien“
und dafür die schönen bunten Doldenblüten mit den Augen
genießen – zumal der Diebstahl von Hortensien auch noch als Straftat gilt.