Sexsucht

Eine an die AG-Suchtvorbeugung gerichtete Anfrage bezüglich der Behandlung von Pornosucht wurde von der Fachstelle für Suchtvorbeugung wie folgt beantwortet:

Sexsucht ist eine wenig bekannte Form der nicht stoffgebundenen Süchte (vgl. Spielsucht, Kaufsucht, etc.). Auch in Deutschland ist von einer größeren Gruppe betroffener Männer und Frauen auszugehen.

 

Die Krankheitsentwicklung verläuft in der für Suchtprozesse üblichen Entwicklung:
• Gesteigertes Interesse,
• hohe persönliche Aufmerksamkeit und Energie für das süchtige Verhalten,
• Toleranzentwicklung,
• Dosissteigerung,
• Psychisch Entzugssymptome,
• zunehmendes Kreisen um Sexualität und Lust,
• drohender oder tatsächlicher Zusammenbruch.
Wie bei anderen Süchten auch, sind die Angehörigen mit in das Suchtgeschehen eingebunden, ja wirken z.T. daran mit, um den Partner/die Partnerin nicht zu verlieren.

Eine klassische Sucht- und Drogenberatung oder Aids-Hilfe ist m.E. hier nicht der richtige Ansprechpartner.

Hilfen finden Sie im Rahmen von Selbsthilfegruppen oder in einer sexualtherapeutischen Praxis.

 

Hier einige mögliche Adressen:
Selbsthilfegruppen für Sexsüchtige und Angehörige:
• S-Anon, Kreuzstraße 13, 76133 Karlsruhe (Angehörige), E-Mail: deutsch@sa.org
• AS-Anonyme Sexaholiker, Postfach 1262, 76002 Kasruhe
• SLAA, Sex- und Liebessüchtige Anonym – The Augustine Fellowship, Postfach 1352, 65003 Wiesbaden www.slaa.de

Therapeutische Praxen für Paar- und Sexualberatung finden sich meistens im Umfeld größerer Städte. Ein Beispiel für eine entsprechende Praxis im Bereich Münster/Kreis Warendorf ist

Anke Fleßner
Friedrich-Ebert-Str. 151
48153 Münster
Tel.: 0251 67 49 88 17
E-mail: info@sexualtherapie-muenster.de

Weitere Praxen finden Sie im Internet.

Die Kosten dürften zum großen Teil von den Krankenkassen getragen werden. Die ersten 5 Sitzungseinheiten werden meines Wissens direkt über die Krankenkasse abgerechnet.

Im Netz habe ich zu diesem Thema eine interessante Seite aus Österreich gefunden: http://www.sex-sos.net/m4.htm

Hoffe dass die Informationen für Sie hilfreich sind.

Wenn es um die Veränderung eigener Suchtstrukturen geht ist grundsätzlich folgendes wichtig: Machen nicht wünschen!

Liebe Grüße aus der Königstraße in Ahlen

Manfred Gesch
Fachstelle für Suchtvorbeugung
Arbeitskreis Jugend- und Drogenberatung im Kreis Warendorf e.V.
Königstraße 9
59227 Ahlen
Tel.: 02382 / 918690
Email: gesch@drobs-online.de

 

Literaturempfehlung: Bücher zum Thema Sexsucht (PDF, 23 KB)